Perlen des Balkan – wandern- entdecken- geniessen- begegnen

Vor 12 Jahren begann unsere persönliche Begegnungs-, Brücken- und Liebesgeschichte zwischen Ost und West.  Bei einer Reise ins wunderschöne Montenegro begegnete ich Radovan und aus dem ‚Ferienflirt‘ entwickelte sich eine ernsthafte Beziehung. Wir heirateten und lebten  mit unseren drei Kindern während 7 Jahren in der Schweiz.  Bei unseren jährlichen Besuchen in Montenegro wurde uns immer mehr bewusst, wie attraktiv und zugleich unbekannt Radovans Heimat ist. Wir begannen, Wandertouren in Montenegro anzubieten. Ermutigt durch positive Rückmeldungen und die gewonnene Erfahrung, wanderten wir vor drei Jahren nach Montenegro aus, um uns mit dem Angebot ‚ nachhaltiger Tourismus‘ eine Existenz aufzubauen. Gerne geben wir nun einen Einblick in diese faszinierende Gegend:

Montenegros Meeresküste erstreckt sich von der kroatischen Grenze  bis zum Mündungsdelta der Bojana an der albanischen Grenze. Berge ragen steil aus dem Meer empor, besonders eindrücklich in der Bucht von Kotor, wo die venezianisch geprägte Unesco-Weltkulturstadt am Fuss der schwarzen Berge liegt. Säumerpfade und eindrücklich befestigte Wege aus der Zeit des österreich-ungarischen Reiches erstrecken sich über das Gebirge, führen durch teils verlassene Bergdörfer und bieten atemberaubende Ausblicke auf die Meeresküste und in die Berge des Nordens. Der Skutarisee ist ein Naturparadies mit seiner reichen Fauna, den intensiven Blau- und Türkistönen, üppig-grünen Fjord- und Auenlandschaften und felsig-schroffen Ufern. Unterirdische Zuflüsse speisen den See mit frischem, klarem Wasser. Auf einigen der unwirtlichen Karstinseln gibt es alte Klöster und Festungen aus der Türkenzeit. Das grüne Hinterland um den oberen Teil des Sees gleicht mit seinen bewaldeten Berghängen, der südlichen Vegetation, den teils verlassenen und oft verfallenen Dörfern und Steinhäusern den schweizerischen Tessiner-Bergtälern und ist bekannt für seinen Wein. Der Norden Montenegros ist bergig, mal von sanften und weitläufigen Hochebenen, dann wieder von zerklüfteten und wilden Felsmassiven geprägt. Dazwischen liegen idyllische Bergseen (Bergaugen genannt). Kristallklares Wasser fliesst mal ruhig in türksifarbenen Becken, dann wild schäumend durch tiefe Schluchten und Täler. Die Taraschlucht zählt zu den tiefsten Canyons weltweit.

An der Grenze zu Montenegro beginnt mit den sogenannten ‚verwunschenen Bergen‘ Nordalbaniens eine wilde und archaisch-geheimnisvolle Welt. In der Zeit des Kommunismus war Albanien ein vollkommen isoliertes Land. In den Berggebieten des Nordens haben sich  Traditionen wie das uns archaisch anmutende Gewohnheitsrecht des Kanun teils bis heute erhalten. Die sprichwörtliche Gastfreundschaft der Albaner ist unter anderem im Kanun geregelt und gilt als heilig und unantastbar. Auch der Ehrbegriff gründet in diesen Schriften. Pfade führen über Pässe und wilde Bergzüge und verbinden die Täler von Theth, Valbone und Kelmend miteinander. Unwirkliche Karstlandschaften, Wälder, Hochebenen und teils bewirtschaftete Almweiden säumen den Weg. In den Tälern fliessen kristallklare und eiskalte Bäche und es gibt weitläufige Streusiedlungen, welche teils schwer zugänglich sind. Die Bevölkerung lebt zum Grossteil von Selbstversorgung. In den letzten Jahren haben einige Bewohner Gästeunterkünfte eingerichtet und bieten nebst Übernachtungsmöglichkeit Verpflegung mit feinen landwirtschaftlichen Produkten an. Die Menschen sind sehr offen und herzlich und geben gerne Einblick in ihre Lebensweise heute und in der Vergangenheit.

Abwanderung und Perspektiven Sowohl in Montenegro wie in Albanien sind die ländlichen Gebiete stark von Abwanderung betroffen und wertvolles Kulturland wird durch üppig wuchernde Natur zurückerobert. Verdienstmöglichkeiten sind rar. Ehemalige Industriebetriebe verlottern, Misswirtschaft, Korruption und Vetternwirschaft machen den Menschen zu schaffen. Die ältere Generation bewirtschaftet teilweise noch ihr Land, die jüngere Generation wandert in die Städte ab oder versucht ihr Glück im Westen. Bauern bekommen keine staatlichen Subventionen oder Unterstützung, welche nebst dem finanziellem Zustupf auch Wertschätzung bedeuten würde für Menschen in Randregionen. Es gibt aber auch hoffnungsvolle Aufbrüche: junge Familien, die sich mit viel Arbeit, Freude und Engagement eine tragende Existenz aufbauen konnten mit Landwirtschaft, Verkauf von hochwertigen Produkten und der Bewirtung von Gästen.

Philosophie: wandern- entdecken- geniessen- begegnen

Wandernd unterwegs sein in einer atemberaubend schönen Natur. Mit dem Boot gemütlich durch grüne Fjorde und Insellandschaften tuckern, die müden Beine und die Seele baumeln lassen, ein Erfrischungsbad im klaren Wasser geniessen. Beim Streifen durch alte Dörfer und Festungen Geschichte und Hintergründe der Kulturen entdecken. Auf einer lauschigen Terrasse feine lokale Produkte kosten und Menschen begegnen.

Wir bewegen uns in traumhaften, teilweise unberührten Landschaften und geniessen diese, ohne eine ungetrübte Idylle vorzutäuschen. Durch die Zusammenarbeit mit lokalen Produzenten nutzen und stärken wir lokale Ressourcen. Begegnungen zwischen Einheimischen und Gästen bereichern über Sprachgrenzen hinweg und erweitern Horizonte. Unsere Vision ist es, Brücken zu schlagen zwischen unseren Herkunftsländern – zwischen alter und neuer Heimat.

 

Mehr Informationen:

http://www.balkantour.ch

 

 

 

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