Ammergauer Alpen sind Bayerns jüngster Naturpark

Die Ammergauer Alpen vereinen eine unglaubliche Artenvielfalt und die Konzentration der unterschiedlichsten Landschaftsformen auf engstem Raum. Nun wurden die Streuwiesen, Almen, Bergmischwälder und Bergkiefernhochmoore zum ersten Naturpark im oberbayerischen Alpenvorland ernannt. Für einen besseren Schutz des einzigartigen Ammertals, aber auch um genau diese Schätze für Gäste noch intensiver erlebbar zu machen.

Das Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz hat die Fläche von rund 22.738 Hektar im Gebiet von Ammergebirge, Ammer-Loisach-Hügelland und Lech-Vorberge im August 2017 zum „Naturpark Ammergauer Alpen“ ernannt. Damit umfasst der 19. Naturpark Bayerns die Gemeinden Oberammergau, Unterammergau, Ettal, Saulgrub/ Altenau, Bad Kohlgrub und Bad Bayersoien sowie das gemeindefreie Gebiet Ettaler Forst.

Vorangegangen waren fünf Jahre eingehende Planung und Prüfung.

Aussergewöhnlicher Artenreichtum

Die Region hat Besuchern viel zu bieten. Nicht nur die Landschaft ist schön und abwechslungsreich, auch Flora und Fauna sind es. Biber oder Steinbock gefällig? Oder lieber Steinadler und Birkhuhn? Apollo-Falter und Alpensalamander waren auch im Programm – wer mit Naturführer Markus Gerum in den Ammergauer Alpen unterwegs ist, hat die freie Wahl. Der passionierte Vogelkundler nimmt Urlauber mit auf Steinadler-Touren und Fledermaus-Wanderungen. Er kennt alle Brutstätten und Schlafplätze, weiss, wo man sich am besten mit dem Fernglas auf die Lauer legt. Obwohl der 50-Jährige hier jeden Stein kennt, ist er nach wie vor vom grossen Artenreichtum der Region begeistert: „Mit 288 Quadratkilometern ist das Ammergebirge das grösste bayerische Naturschutzgebiet und bringt so ein 1a-Grundkapital für den Naturpark mit.“ Auch die eiszeitlichen Moore im Ammertal sind etwas Besonderes. Ihr feuchter Grund ist ein optimaler Boden für eine einzigartige Pflanzenvielfalt.

Im Ettaler Weidmoos oder in den Moorgebieten rund um den Soier See sind zum Beispiel mehr als ein Dutzend Orchideenarten zu Hause, ebenso der seltene „Blaue Sumpfstern“ oder der Fieberklee. Das „Wahrzeichen“ ist das gelb blühende „Karlszepter“, ein rares Relikt aus der Eiszeit, das hier sein grosstes Vorkommen in ganz Mitteleuropa hat. Erhaltenswerte Kulturlandschaft Um diesen Reichtum zu erhalten, werden die sogenannten  Streuwiesen von den Bauern nicht gedüngt und nur einmal im Jahr gemäht. Die umweltbewusste und nachhaltige Gestaltung der Kulturlandschaft ist ein wesentliches Element des Naturparks. Um die traditionelle Bewirtschäftung auch für Touristen erlebbar zu machen, gibt es zum Beispiel Bauernhoferkundungen, Tierbesichtigungen und Verkostungen regionaler Erzeugnisse mit Führungen durch interessante Betriebe, wie durch die Klosterbetriebe der Benediktinerabtei Ettal, in denen seit über 400 Jahren Bier gebraut wird. Für unvergessliche Einblickin die Naturschätze des Ammertals sorgen die geführten Wanderungen mit Fachleuten, wie mit dem Kräuterpadagogen Martin Unruh, der seine Touren auch speziell fur Kinder, Sehbehinderte und Blinde anbietet. Wer dagegen mit dem Diplom-Biologen Dr. Helmut Hermann  unterwegs ist, lernt die verschiedenen wilden Orchideenarten kennen und erfahrt auf kurzweilige Art und Weise Wissenswertes zum Lebensraum Moor.

Mehr Informationen:

Infos zu den konkreten Naturpark-

Angeboten finden Besucher unter

http://www.ammergauer-alpen.de/naturpark

oder vor Ort bei den Tourist-

Informationen

Telefon +49 8822 922740

info@ammergauer-alpen.de

 

Kommentieren Sie diesen Artikel

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.