Graz – Eine Stadt hat viele Gesichter

Eine Stadt gehört den Menschen und ihren Geschichte. Dabei ist klar: „Es gibt kein kollektives Gedächtnis. Jedes geschichtliche Ereignis und deren Dokumentation sind nicht mit einer einzigen Erinnerung verbunden, sondern mit einer Vielzahl davon.“, erklärt Otto Hochreiter, Direktor des GrazMuseums.

In Graz trifft Weltkulturerbe auf Zeitgeist. Die zweitgrößte Stadt Österreichs repräsentiert mehr als 900 Jahre lebendige Geschichte. Viele Zeugnisse dieser bewegten Vergangenheit, viele Referenzen der Gegenwart und so manche Vision für die Zukunft werden Sie bei Ihrem Besuch entdecken. An
kaum einem anderen Ort der Welt findet sich auf so dichtem Raum eine so hervorragende Architektur
aus allen Baustilen, vom frühen Mittelalter bis ins 21. Jahrhundert. Die italienischen Baumeister, die einige Jahrhunderte lang in Graz lebten und wirkten, prägen diese Stadt bis heute. Versteckte Gässchen, romantische Innenhöfe, Gotik, Renaissance, Barock: ganze Epochen „wohnen“ hier direkt nebeneinander –neben vielfach ausgezeichneter Architektur. Die schwimmende Insel in der
Mur oder das Kunsthaus, liebevoll auch „friendly alien“ genannt, mit der bläulich schimmernden Fassade fallen dabei sofort ins Auge und sind der beste Beweis dafür, dass die Provinzperle mehr zu bieten hat als nur Käferbohnen und Kernöl. Die aussergewöhnliche Konsequenz: Der besterhaltene Altstadtkern Mitteleuropas zählt zum UNESCO Weltkulturerbe und zudem wurde Graz 2010 als UNESCO City of Design ausgezeichnet – als eine von nur 16 Städten weltweit. Aufgrund ihrer zeitgenössischen Architektur und ihres enormen Kreativ-Potenzials, in Kunst, Mode und Technik.
Geschichte von heute Das GrazMuseum, das kulturhistorische Museum der Stadt Graz, dessen Sammlungen und Ausstellungen sich sowohl mit der vielseitigen Geschichte wie auch mit der Gegenwart der Stadt auseinandersetzt. Als permanentes Identitätslabor sucht das GrazMuseum beständig wissenschaftlich-künstlerische Antworten auf die Frage, wie vernünftige, nicht-irrationale Identität in einer zunehmend komplexeren Gesellschaft, überhaupt zu finden ist. Stadt ist Wandel
noch bis Ende August ist das Zweite Obergeschoss des GrazMuseums zwei besonderen Fotograf/-innen
gewidmet: „Verschwundenes Graz“ präsentiert Leopold Budes „Häuser- Aufnahmen“, von 1863 bis 1912
in einer umfassenden Schau zum ersten Mal der Öffentlichkeit. Niemals wurde dies so deutlich wie in
denJahrzehnten vor dem Ersten Weltkrieg, als in Graz die grösste Veränderung des Stadtbilds vorgenommen wurde. Leopold Bude, der angesehenste Grazer Berufsfotograf jener Epoche, hat die zum Abriss bestimmten Gebäude fotografiert und damit einzigartige Dokumente des Erscheinungsbildes von Graz vor der Gründerzeit geschaffen. Seine Fotografien stehen nicht in der Tradition der  biedermeierlichen Stadtvedute, sind also nicht nur schöne „Stadtbilder“. Vielmehr lässt das für die Wirklichkeit so durchlässige Medium Fotografie Bruchstücke einer verschwundenen Welt entdecken.
Darüber hinaus gibt die Ausstellung „Inge Morath Portraits. Mit Bildern aus dem Atelier der Künstlerin von Kurt Kaindl“ in Form einer exklusiven Auswahl von Schwarz-Weiß-Fotografien vieler berühmter europäischer und amerikanischer Persönlichkeiten aus Kunst, Kultur, Politik und Gesellschaftauch stille Einblicke in ihr Atelier nahe New York und macht deutlich, dass diese berühmte Grazerin eine „Weltenbürger/-in“ war. Von hier in die Welt, und wieder zurück. Erleben Sie bei einem Besuch
der Stadt ihre persönliche Graz-Geschichte.

 

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