In Polen geringes COVID-19 Risiko

In Polen geringes Corona-Risiko

Tourismusbranche mit durchwachsener Bilanz für den Sommer

Nach den aktuellen Zahlen des polnischen Gesundheitsministeriums gibt es in weiten Teilen des Landes nur sehr geringe Zahlen von Corona-Infektionen. Eine Anfang August eingeführte Corona-Ampel bildet die Zahl der Neuinfektionen in den Land- und Stadtkreisen ab. Aktuell leuchtet in keinem der 380 Kreise die Ampel rot. (mehr als zwölf Neuinfektionen pro 10.000 Einwohner). Nur in einem Kreis in
Wielkopolska (Großpolen) sowie zwei weiteren in Ma
łopolska (Kleipolen) steht die Ampel auf gelb. Dort lag die Zahl der Neuinfektionen zwischen sechs und zwölf pro 10.000 Einwohner. In den übrigen 377 Kreisen lag sie bei weniger als sechs. In roten und gelben Bereichen gelten zum Beispiel strengere Besucherbegrenzungen bei Veranstaltungen.

Grün leuchtet die Ampel für sämtliche Kreise entlang der polnischen Ostseeküste, aber auch für andere Ferienzentren wie Masuren oder das Riesengebirge und für sämtliche großen Städte. Am sichersten ist die Situation im ermländisch-masurischen Kurort Gołdap (Goldap). Dort war bis Anfang September kein einziger Krankheitsfall aufgetreten. Generell zählt die dünn besiedelte Woiwodschaft Warmia-Mazury (Ermland-Masuren) mit knapp 71 Infizierten pro 100.000 Einwohner zu den am wenigsten von Corona-Fällen betroffenen Regionen des Landes. Ähnlich gering ist das Infektionsgeschehen in Zachodniopomorskie (Westpommern), wo sich die beliebten Seebäder wie Kołobrzeg (Kolberg) und Świnoujście (Swinemünde) befinden. Auch die an der Grenze zu Deutschland gelegene Woiwodschaft Lubuskie (Lebuser Land) weist nur sehr geringe Fallzahlen auf.

Trotz des vergleichsweise geringen Infektionsgeschehens in Polen fällt die Bilanz der Branche für den Sommer eher durchwachsen aus. Während es die meisten polnischen Gäste in die Ferienzentren an der Ostsee und in den Bergregionen zog, blieb es in den großen Städten eher ruhig. So kamen mit knapp 1,3 Millionen Besuchern nur unwesentlich weniger Touristen als in den Vorjahren in Polens einziges Hochgebirge, die Tatra. Die Bieszczady konnten sogar ein sattes Plus verzeichnen. Rund 370.000 Wanderlustige besuchten das sehr dünn besiedelte Mittelgebirge im äußersten Südosten des Landes. Das waren 37 Prozent mehr als im Vorjahr. Eine Steigerung gab es auch im nahe der deutschen Grenze gelegenen Riesengebirge. Die dortige Nationalparkverwaltung zählte allein im Juli etwa 300.000 Besucher, gut 60.000 mehr als 2019.

Polens Seebäder bekamen die Auswirkungen der Corona-Krise unterschiedlich stark zu spüren. Während das auch bei deutschen Urlaubern beliebte Seebad Kolberg relativ gut besucht war, bekam das mondäne Sopot (Zoppot) den Rückgang stärker zu spüren. Dort gingen die Einnahmen aus dem Tourismus im Vorjahresvergleich um etwa 40 Prozent zurück. Das nahe gelegene Gdańsk (Danzig) ist wie die anderen Metropolen des Landes stärker vom Fernbleiben der Gäste betroffen. Dort war in den Sommermonaten nur etwa jeder zweite Platz in den Hotels und Pensionen belegt. In der Hauptstadt Warszawa (Warschau) bemerkte man den Rückgang von Touristen und Geschäftsreisenden noch stärker. Viele Hotels in den Großstädten reagieren mit günstigen Preisen und flexiblen Stornierungsregelungen auf die Situation. So sind dort insbesondere an den Wochenenden in zahlreichen 5-Sterne Hotels die Doppelzimmer schon für weniger als 100 Euro zu buchen.

Deutsche Gäste zieht es nach den Erfahrungen des Polnischen Fremdenverkehrsamtes derzeit insbesondere in die grenznahen Regionen im Westen Polens. „Gefragt sind vor allem Orte, die mit dem eigenen Auto, dem Wohnmobil oder auch per Bahn leicht erreichbar sind“, meint Konrad Guldon, der Leiter des Polnischen Fremdenverkehrsamtes. „Das betrifft beispielsweise die Ostseeküste oder das Riesengebirge, aber auch Städte wie Stettin oder Breslau.“ Die Hotelgruppe Zdrojowa Invest, die vor allem an der Ostseeküste und in den Sudeten aktive ist, sieht deutsche Gäste als wichtige Zielgruppe für den Wiederaufbau des Tourismus in Polen in den kommenden Monaten. 

Informationen zu den Corona-Regeln in Polen

Bei Reisen nach Polen müssen die geltenden Regelungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie beachtet werden. Dazu zählt das Einhalten des Mindestabstandes von 1,50 Metern. Wo dies nicht möglich ist, gilt die Pflicht, eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen. Diese gilt auch in allen Verkehrsmitteln, Einkaufs- und Serviceeinrichtungen, Kulturstätten sowie auf allen Ämtern, in Krankenhäusern und Kirchen. In Restaurants oder Bars darf die Maske nur am Tisch abgenommen werden. In den mit gelb oder rot bewerteten Landkreisen gelten weitere Einschränkungen. Das Hotel- und Gaststättengewerbe sowie private Ferienanbieter sind verpflichtet, strenge Hygienemaßnahmen einzuhalten. Gäste können die geltenden Verhaltensregeln beim jeweiligen Anbieter einsehen.

 

Informationen zu Reisen nach Polen beim Polnischen Fremdenverkehrsamt unter www.polen.travel

 

Bilder von Jerzy Górecki auf Pixabay

Kommentieren Sie diesen Artikel

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.