Go Green – Reisen mit Sinnen

Kochen mit einer nepalesischen Hausfrau, musikalische Insider-Einblicke auf den Kapverdischen Inseln oder Radtouren durch Reisfelder in Vietnam – der Dortmunder Reiseveranstalter „Reisen mit Sinnen“ bietet seinen Kunden ganz besondere Erlebnisse.

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1995 gründete Geschäftsführer Kai Pardon das Unternehmen. Da Nachhaltigkeit dem Geschäftsführer sehr am Herzen liegt, war er auch Mitgründer des Wirtschaftsverbands „Forum Anders Reisen“, der mittlerweile über 130 Mitglieder hat, die bei ihren angebotenen Reisen die Kriterien der Nachhaltigkeit befolgen: Reisen müssen langfristig ökologisch tragbar, wirtschaftlich machbar und ethisch sowie sozial gerecht für die ortsansässige Gemeinschaft sein. „Reisen mit Sinnen“ trägt bereits seit 2009 als eines der ersten touristischen Unternehmen in Deutschland das CSR-Siegel.

Herr Pardon, Ihr Unternehmen heißt „Reisen mit Sinnen“. Was bedeutet für Sie dieses „Reisen mit Sinnen“?

Reisen mit Sinnen bedeutet zum einen, dass wir unserem Reiseland auf allen Ebenen so nah wie möglich kommen wollen. Fühlen, Schmecken, Riechen, Sehen. Unsere Reisegäste gehen auf lokale Märkte, kosten lokale Köstlichkeiten, riechen das Land und wir sehen natürlich auch die touristischen Highlights – eben nur ein wenig anders. Dabei sind wir immer aktiv, wir wandern einige Strecken oder fahren mal mit dem Rad. Aus meiner 20-järigen Erfahrung kann ich sagen, dass dies unsere Gäste mehr entspannt als stundenlanges Sitzen im Bus.

Zum anderen bedeutet dieses „mit Sinnen“ für mich auch, dass Reisen nachhaltig sind, also Reisende und Bereiste etwas davon haben, wie zum Beispiel Völkerverständigung, Emanzipation und wirtschaftliche Teilhabe. Wir arbeiten mit sozialen und ökologischen Projekten in unseren Destinationen in Asien oder Afrika zusammen, die unsere Gäste dann auf den Reisen besuchen. Auch übernachten wir schon mal bei Einheimischen zu Hause, zum Beispiel in einem traditionellen Stelzenhaus in Laos oder in einer Hütte auf den Kapverdischen Inseln. Das sind echte Erlebnisse, bei denen beide Seiten profitieren.

Die Deutschen waren ja auch 1995 schon umweltbewusst und offen für Themen dieser Art. Hat Ihnen das geholfen oder mussten Sie doch einige Widerstände überwinden?

Vor 20 Jahren waren wir ein echter Außenseiter, unsere Art des Reisens war einfach neu und unbekannt. Daher mussten wir unsere Gäste natürlich erstmal von unserem Stil überzeugen und Vertrauen aufbauen. Wir hatten Glück, dass unser Reisestil schon damals von den Medien außergewöhnlich gut wahrgenommen wurde. Wir erhielten seit dem zweiten Jahr viele Awards und Touristik-Preise.

Nachhaltigkeit liegt derzeit in aller Munde. Auch im Tourismus wird viel darüber geredet und viele Unternehmen schmücken sich mit „grünen“ Reisen. Wie sehen Sie das?

Prinzipiell ist das für mich eine gute Entwicklung. Es ist wichtig, dass dem Urlauber bewusst wird, dass durch seine Reise eventuell Folgeschäden verursacht werden. Nur so kann langsam, aber stetig ein Wandel vollzogen werden. Wir sehen es als unsere Aufgabe, unsere Gäste zu sensibilisieren und zu informieren. Was wir aber auf keinen Fall wollen, ist ermahnen. Jeder hat die Möglichkeit so zu leben wie er möchte. Wir kreieren spannende Erlebnisse. Nachhaltigkeit ist so etwas wie ein Zusatznutzen.

100-prozentige Nachhaltigkeit versprechen Sie ja mit den Reisen in Ihrer Produktlinie  „Luxus Natur“. Für viele Menschen ist Luxus aber immer noch ein großes Auto, eine teure Armbanduhr oder eine Weltreise. Sie sehen das offenbar anders.

100 Prozent ist schwierig. Aber fast! Jede unserer Luxus-Natur Reisen ist klimafreundlich, d.h. die CO2-Emmission der Anreise sowie des gesamten Landprogramms wird von uns durch atmosfair kompensiert. Dadurch werden Projekte ermöglicht, die in Entwicklungsländern mit wenig Geld viel CO2 einsparen. Des Weiteren achten wir darauf, nachhaltig orientierte Unterkünfte, lokale Verpflegung und angemessene Transportmittel auszuwählen sowie Plastikmüll zu vermeiden. Auch die Reiseinhalte sind spezieller und tiefgründiger: Mit einem Geologen untersuchen wir zum Beispiel die Vulkane in der Eifel und lernen dabei etwas über die Klimaentwicklung der letzten 20.000 Jahre. Oder wir wandern mit einem lokalen Künstler über den Malerweg in der Sächsischen Schweiz. Im Wattenmeer zeigt uns ein Biologe die unzähligen Lebewesen im Schlick.
Ich würde Luxus heute nicht mehr mit Konsumwerten erklären. Luxus ist nicht das austauschbare 6-Sterne-Hotel in Dubai, der Wochenend-Shopping-Trip nach New York oder „all you can eat“. Im Zeitalter von Klimaveränderung, ungesteuertem Konsum, der Sehnsucht vieler Menschen nach sauberer Luft, intakter Umwelt, gesunder Ernährung und nachvollziehbaren politischen Strategien hat die Natur den Status als Luxus längst erreicht.

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Thema dieser Fernweh-Ausgabe ist Südamerika. Sie bieten auch nach Chile nachhaltige Reisen mit besonderen Erlebnissen an. Was ist das Besondere an diesem Reiseziel?

Die Natur Chiles ist einzigartig aufgrund der Vielfalt ihrer Landschaften. Sie reicht von der trockensten Wüste der Welt, der Atacama Wüste, über Seen- und Weinregionen bis hin zu  Geysirfeldern und Gletschern. Aber auch die chilenische Kultur ist interessant: Wir gehen auf Tuchfühlung mit den Huilliche-Ureinwohnern, nehmen an einer Lama-Karawane teil und lernen den Nationaltanz, die Cueca.
Aber Chile ist nicht die einzige Destination, die wir dieses Jahr im Südamerika-Programm haben: Ganz neu hinzugekommen ist nun Suriname. Ich war dieses Jahr selbst vor Ort, um die
frühere Kolonie Niederländisch-Guyana besser kennenzulernen und neue Reisen zu gestalten. Suriname passt perfekt zu uns, um den Eco-Tourism mit zu entwickeln. Das Land ist halb so groß wie Deutschland, hat aber nur 500.000 Einwohner. Menschen afrikanischer, indischer, indonesischer, chinesischer Herkunft leben dort. Es gibt fast alle Religionen und im Zentrum steht eine Synagoge neben einer Moschee. Ich denke, dass dies Raum bietet für tiefgehende Begegnungen. Reisen bedeutet auch immer Perspektivwechsel, neue Erfahrungen und vielleicht auch neue Sichtweisen. Ich betrete gern neues Terrain, die Neugier auf andere Länder und Kulturen lässt mich nicht los.

Herr Pardon, wir bedanken uns für das Gespräch.

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Mehr Informationen:

ONE WORLD- Reisen mit Sinnen

Pardon/Heider OHG

Neuer Graben 153
44137 Dortmund

Telefon: 0231 – 589 792 0
info@reisenmitsinnen.de
www.reisenmitsinnen.de
www.kapverdischeinseln.de
www.luxusnatur.de

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