Irlands Nordwesten – von magischer Anziehungskraft

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Farbige Moorlandschaften, schroffe Küsten und viktorianische Klostergärten – der Westen Irlands und seine Schönheit inspiriert nicht nur Dichter, er begeistert auch Naturliebhaber und Wanderer.

Nicht zehn, nicht zwanzig, nicht dreissig, nein vierzig Grüntöne gäbe es in Irland zu bewundern, heisst es in einem alten Volkslied. Wer auf dem Diamond Hill an der irischen Westküste steht und auf die Hochmoore des Connemara Nationalparks hinunterschaut, beginnt den Reimen der irischen Barden zu glauben. In satten Farben leuchten die Moore aus den Tälern. Dahinter wirft sich der Atlantik unermüdlich gegen die schroffe Küste. Die weissen Connemara Ponys, die wild über die Matten ziehen, wirken wie Pixelfehler auf einer kitschigen Landschaftsmalerei.

Einst gehörten die Moorlandschaften am äussersten Rand Europas den Schlossherren des Kylemore Castles. Heute geben sich die Benediktiner-Nonnen, die das Schloss seit 1920 bewohnen,
mit einem pingelig gepflegten Garten vor den Toren ihrer Abtei zufrieden. Das viktorianische Kleinod wirkt wie ein perfekt organisiertes Kräuterbeet inmitten einer wilden Steppe. Das Schild beim Eingangstor, das die Besucher auf den «vorübergehen schlechten Zustand des Rasens» aufmerksam macht, kann kaum ernst gemeint sein.

Die raue Schönheit der irischen Atlantikküste und das Gefühl der Einsamkeit, das einen hier beschleichen kann, ziehen viele Menschen fast magisch an. Leo Hallissey, der in Dublin aufwuchs,
ist dieser Magie vor langer Zeit verfallen. Er sitzt am Torffeuer, das den Lesesaal des altehrwürdigen Renvyle House Hotels mit seinem unverwechselbaren Duft erfüllt. «Bog» nennen die Iren den getrockneten Torf, den sie in den Mooren stechen und zum Einfeuern brauchen. «‘Tóg e bog», nimms gelassen, lautet ein irisches Sprichwort», erklärt Leo. «Das sollten wir uns in diesen gehetzten
Zeiten wieder häufiger vornehmen.»

Seit 40 Jahren lebt der pensionierte Historiker schon in der Gegend. «Nirgendwo ist Irland so urtümlich wie hier. Connemara ist für mich pure Inspiration », sagt er. Dass die Leute in Dublin
über ihn lachen, wenn er von der einfachen Lebensweise schwärme und von den alten Geistergeschichten erzähle, störe ihn nicht. Die meisten Geisterstories glaube er nämlich. «In Connemara spukt es überall. Sogar hier im Renvyle House Hotel.» Ethelred Blake – der Sohn von Carolina Blake, die das Hotel 1883 eröffnete – soll in den Gängen des Hauses umherirren. Und auch der Geist des irischen Dichters William Butler Yeats, der einst seine Flitterwochen im Renvyle House Hotel verbrachte, wurde hier schon gesichtet. Keith, der Hotel- Barrista, glaubt das alles nicht. «Keine Sorge», ruft er uns am späten Abend durch die Live-Musik und das Geplauder der Gäste hindurch über den Bartresen zu. «Geister gibt’s in Renvyle keine. Alles was wir hier haben ist fantastisches Essen, wilde Landschaften und Guinness, das beste Bier der Welt!»

Tim O’Sullivan, der Küchenchef des Renvyle House Hotels, bezieht seine Zutaten ausschliesslich von lokalen Produzenten. Simon Kennedy ist einer davon. Seit 37 Jahren züchtet er in der malerischen Killary Bucht Schalentiere. Miesmuscheln und ein paar wenige Austern wachsen an den Seilen, die er hier gespannt hat. «Seit 37 Jahren komme ich fast jeden Tag hierher. Die Ruhe in der Bucht bedeutet mir viel», erzählt Simon und packt die geernteten Muscheln in kleine Tüten ab. Muscheln ernten, das wäre nichts für John Brittain. Der Fischer mag es rasanter. Mit seinem Motorboot fährt er jeden Tag vom Hafen des Dorfes Cleggan zu den kleinen Inseln vor der irischen Küste hinaus und sucht mit einem Sonargerät nach Thunfischen und Makrelen. Beisst einmal zwei Minuten nichts an, packt er seine Ruten ein und rast weiter durch die wilden Gewässer. Als er uns mit unserem Fang (fünf Doraden und zwei Makrelen) nach drei Stunden auf der Insel Inishbofin ablädt, sind wir froh über die Ruhe entlang der hellen Sandstrände, für die das kleine Eiland berühmt ist.

Von Inishbofin aus sieht man den pyramidenförmigen Croagh Patrick auf dem irischen Festland in die Höhe ragen. Die Iren nennen den 764 Meter hohen Berg, auf dem der Nationalheilige Saint Patrick vierzig Tage lang gefastet haben soll. Ein grosses Bronze-Monument am Fuss des Croagh Patrick erinnert an die Hungersnot von 1847. Der Verlust der Kartoffelernte durch Braunfäule bedeutete damals den Hungertod für viele Inselbewohner. Doch das ist lange her. Heute geniesst man auch im Nodrwesten Irlands weit mehr als Kartoffeln.

5 Fragen an Hans Wiesner, Geschäftsführer von Imbach Reisen

1. Warum wurde Wandern zu einer eigentlichen Trendsportart?
Zu Fuss sieht, erlebt und spürt man mehr als am Hotel-Pool oder überfüllten Badestrand. Wandern lüftet den Kopf und öffnet die Augen für die Natur, bietet die Möglichkeit zu guten Gesprächen, ist gesund und erholsam – keine andere Sportart bietet diese Kombination.

2. Wanderferien werden leider oft mit „Seniorenreisen“ gleichgesetzt. Wieso sind Imbach Reisen auch für jüngere Teilnehmer durchaus spannend?
Je nach Anforderungsprofil und Reiseregion variiert der Altersdurchschnitt: Auf einer gemütlichen Reise an die Ostsee haben die Gäste ein höheres Durchschnittsalter als beim anspruchsvollen Bergwandern auf Kreta oder Sardinien. Es zählt weniger das Alter: Man reist in einer Gruppe Gleichgesinnter – vielfach auch Alleinreisende – es ergeben sich sowohl spannende Gespräche wie auch fröhliche Tafelrunden.

3. Was bietet eine Imbach-Reise mehr, als wenn ich alleine unterwegs bin?
In Irland gibt es nur noch wenige markierte Wanderwege. Die schönsten Aussichtspunkte und die typischsten Bergdörfer liegen nicht an der Hauptstrasse. Man verläuft sich nicht in Ginsterbüschen oder wartet vergeblich auf einen Linienbus. Gewandert wird bei Imbach übrigens nicht in Zweierkolonne und je nach Reise 2–5 Stunden pro Tag. Der Reiseablauf ermöglicht Freiraum für Abkürzungen, Zusatzschlaufen und den Afternoon-Tea im gemütlichen Hotel.

4. Wer leitet Imbach Reisen?
Unsere Reiseleiter sind Kenner und Fans Ihrer Reiseregion, einige leben seit Jahren dort, andere reisen seit Jahren hin. Sie sprechen die Landessprache, auch wenn dies griechisch oder portugiesisch ist. Das öffnet Türen, die sonst verschlossen bleiben, und ermöglicht spannende Kontakte zur einheimischen Bevölkerung.

5. Welches sind bei Imbach die gefragtesten Reiseziele?
Im Frühling finden sich unsere beliebtesten Reiseziele im Mittelmeerraum: Italien dank seiner einmaligen Mischung aus Natur, Kultur und Gastronomie, die griechischen Inseln dank ihrer Gastfreundschaft und die Atlantik-Inseln, insbesondere Madeira und die Azoren. Im Sommer zieht es Wanderfreunde nach England, Irland oder Skandinavien.

 

IMBACH-Wanderreise „Irlands Westen”

Der Luzerner Wanderreisen-Spezialist Imbach bietet 2015 zwei geführte Reisen mit Unterkunft im Renvyle House an. Anreise mit Direktflug von Helvetic Airways nach Shannon. In einer kleinen Gruppe werden Wanderungen im Nationalpark, auf Inishbofin und auf kaum begangenen Pfaden unternommen. Die Gäste profitieren von den Geheimtipps der Reiseleiterin und der langjährigen Partnerschaft von Imbach Reisen mit dem Renvyle House.

Reisedaten 2015:
13. bis 20. Juni
18. bis 25. Juli

Detailinformationen finden Sie im neuen Imbach-Wanderreisen-Katalog.

Katalogbestellung:
Tel. 041 418 00 00 oder direkt auf www.imbach.ch

 

Text: Marcus Paris

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